Corona – Zeit, erste Lehren zu ziehen?!

Corona hat zu tiefen Einschnitten in unser aller Leben geführt. Im privaten Bereich sehen wir uns mit bislang ungekannten Einschränkungen konfrontiert – leere Supermarktregale, Schließungen von Freizeiteinrichtungen oder Restaurants, Reisebeschränkungen. Auch der berufliche Bereich ist geprägt von Kurzarbeit oder dem Abbau von Arbeitsplätzen, Arbeiten im Homeoffice, Produktionsstillständen. Kann man Corona vor diesem Hintergrund auch etwas Positives abgewinnen und lassen sich schon die ersten Lehren ziehen?

Das Coronavirus hat der Digitalisierung einen mächtigen Schub verpasst. Was vor Corona für viele Unternehmen undenkbar war, ist nunmehr zur Normalität geworden: Homeoffice und mobiles Arbeiten. Besprechungen über Webkonferenzen haben zu ungeahnter Effizienz beigetragen, auf so manche Dienstreise, die vormals noch überaus wichtig war, kann heute tatsächlich problemlos verzichtet werden. Auch die geliebte Papierakte entpuppte sich als Hindernis, nicht nur im heimischen Wohnzimmer, sondern vor allem im Zugriff während des Lockdowns. Die Umstellung auf digitale Akten wird zum einen zur Erleichterung des Arbeitsalltags beitragen, zum anderen zu Kostenersparnis führen – z. B. bei der Anschaffung von Kopierpapier und Ordnern oder dem Kauf und der Wartung von Druckern. Mittelfristig kann auch die mitunter kostspielige Archivierung der Papierberge entfallen. Einen Anreiz, sich diesem Thema zu widmen, bietet das neue Förderprogramm des Bundes „Digital Jetzt“ – siehe dazu den Beitrag aus unserem letzten Newsletter.

Die Zeit des Lockdowns hat gezeigt, dass das Arbeiten von zu Hause durchaus produktiv sein kann. Führungskräfte haben gelernt, über digitale Medien eine persönliche Bindung sowohl zu Kunden und Lieferanten als auch zu den eigenen Mitarbeitern aufzubauen. So manches Unternehmen wird sich zudem mit der Frage beschäftigen, ob die Anmietung teurer Büroräume tatsächlich im bisherigen Umfang noch notwendig und gewünscht ist.

Obendrein verändert sich der Umgang mit Kunden und Lieferanten merklich. Größeres Augenmerk wird auf die Bonität gelegt, um unerwartete Zahlungs- und Lieferausfälle zu vermeiden. Das Zahlungsmanagement wird ebenfalls dahin gehend angepasst, dass kürzere Zahlungsziele vereinbart, auch öfter Teilleistungen abgerechnet oder Vorauszahlungen oder Sicherheiten verlangt werden. 

Nach den Erfahrungen während des Lockdowns, als u. a. Lieferketten unterbrochen waren, werden Unternehmen zusätzlich hinterfragen müssen, ob es nicht Sinn ergibt, wieder eine gewisse Lagerhaltung zu betreiben, um einen erneuten Stillstand bei der Produktion abzufedern oder gar zu vermeiden.

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