Aktuelles in Kürze

Neuregelungen 2019 – Arbeit, Soziales und Gesundheit

Am 01.01.2019 sind einige Neuerungen in Kraft getreten, welche von den jeweils zuständigen Bundesministerien mitgeteilt wurden.

Entlastung von Beschäftigten und Arbeitgebern

Der Beitragssatz zur Arbeitslosenversicherung wird von 3,0 % auf 2,6 % gesenkt (durch Verordnung Absenkung um weitere 0,1 % auf 2,5 % befristet bis Ende des Jahres 2022).

Der Beitragssatz in der gesetzlichen Rentenversicherung bleibt stabil und liegt weiterhin bei 18,6 %. Die anrechenbare Kindererziehungszeit für vor 1992 geborene Kinder wird verlängert. Bei den Renten wegen verminderter Erwerbsfähigkeit wird die Zurechnungszeit für zukünftige Rentnerinnen und Rentner schrittweise vom Jahr 2019 bis zum Jahr 2031 auf 67 Jahre verlängert.

Einführung einer Brückenteilzeit

Mit dem „Gesetz zur Weiterentwicklung des Teilzeitrechts“ wird ein Anspruch auf zeitlich begrenzte Teilzeitarbeit, die sogenannte „Brückenteilzeit“ eingeführt. Beschäftigte können die Arbeitszeit für einen vereinbarten Zeitraum zwischen einem Jahr und fünf Jahren verringern und anschließend wieder zur ursprünglichen Arbeitszeit zurückkehren. Der neue Teilzeitanspruch gilt bei Arbeitgebern mit in der Regel mehr als 45 Arbeitnehmern.

Erhöhung des gesetzlichen Mindestlohns

Ab dem 01.01.2019 steigt der gesetzliche Mindestlohn auf nun € 9,19 brutto je tatsächlich geleisteter Arbeitsstunde. Ab dem 01.01.2020 kommt es dann zu einem Anstieg auf € 9,35 brutto.

Paritätische Finanzierung der Krankenkassen-Beiträge

Die Belastung mit dem von den meisten Krankenkassen, neben dem allgemeinen Beitragssatz erhobene Zusatzbeitrag, welcher bisher komplett von den Arbeitnehmern getragen wurde, wurde zum 01.01.2019 geändert. Nunmehr teilen sich Arbeitnehmer und Arbeitgeber, bzw. Rentner und die Rentenversicherung die Beitragskosten zu gleichen Teilen.

Entlastungen für freiwillig Versicherte bei Krankenkassenbeiträgen

Freiwillig versicherte Selbstständige werden bei den Mindestbeiträgen den übrigen freiwillig Versicherten in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) künftig gleichgestellt (einheitliche Mindestbemessungsgrundlage von € 1.038,33 in 2019). Damit sinken die Mindestbeiträge zur Krankenkasse und sozialen Pflegeversicherung für hauptberuflich Selbstständige um mehr als die Hälfte. Freiwillig Versicherte müssen während des Bezugs von Krankengeld oder Mutterschaftsgeld nur noch Beiträge auf tatsächlich bestehende beitragspflichtige Einnahmen zahlen.

Steigerung des Beitrags zur Pflegeversicherung

Der Beitrag zur Pflegeversicherung steigt um 0,5 Prozentpunkte auf 3,05 % (3,3 % für Kinderlose). Die Jahresarbeitsentgeltgrenze (Versicherungspflichtgrenze) der GKV steigt auf jährlich € 60.750,00 (2018: € 59.400,00). Die Beitragsbemessungsgrenze der GKV steigt auf jährlich € 54.450,00 (2018: € 53.100,00) beziehungsweise auf monatlich € 4.537,50 (2018: € 4.425,00). Die Bezugsgröße, die für viele Werte in der Sozialversicherung wichtig ist, etwa für die Festsetzung der Mindestbeitragsbemessungsgrundlagen für freiwillige Mitglieder in der gesetzlichen Krankenversicherung, erhöht sich auf € 3.115,00 monatlich in den alten Bundesländern und auf € 2.870,00 in den neuen Bundesländern (2018: € 3.045,00 / € 2.695,00).

Diesen Artikel und weitere Steuernews lesen Sie im Mandantenbrief Januar 2019.

Als PDF ansehen.

1